Der literarisch-historische Ursprung der Artussage
Der literarisch-historische Ursprung der Artussage

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Lancelots Stille

Von Avalon bis Tafelrunde

Hauptmotive in der Artusepik

Avalon

Avalon ist eine der vielen Inseln der keltischen Anderswelt. Nach Geoffrey von Monmouth bringt Morgane den in der Schlacht von Camlann tödlich verwundeten Arthur dorthin, um ihn zu heilen. In seiner „Vita Merlini“ nennt Geoffrey die Insel „Insula Pomorum“, die „Apfelinsel“. Sie ist identisch mit der kymrischen „Ynys Avallach“ (von kymrisch abal = Apfel). Avalon ist ein im Nebel verborgener Ort. Bei Geoffrey ist sie die Insel der neun Schwestern – eine von Ihnen ist Morgane. [1]

Anmerkung: Die Zahl 9 war für die Kelten eine der „magischen“ Zahlen (wie auch 3,4 und 5). „Sie war im wahrsten Sinne des Wortes die Potenz der Drei. Dreimal drei ergab eine Menge mit Absolutheitscharakter, die mit der rationalen Zählbarkeit nichts mehr zu tun hatte, denn darinnen waren auch noch die Fünf, die Zeit und Raum erfasste, und die vier Himmelsrichtungen enthalten. In der 9 steckte das ganze Universum.“ [2]

 

Die Tafelrunde

Das Motiv der Tafelrunde wurde von Wace in die Artussage eingeführt. Bei ihm sind es 12 Ritter, die sich darum versammeln und die Ethik des Rittertums vollendet verkörpern. [3]
Die Anzahl der Ritter der Tafelrunde variieren in den einzelnen Geschichten.

Laut Wolfgang Achnitz ist die runde Tafel Herrschaftszeichen und dient der Vermeidung von Rangstreitigkeiten. Im Weiteren zitiert er Köhler (4.1.3/ S. 18 f.): „Ihr Ursprung ist bis heute umstritten, und die Frage, ob sie keltischer Herkunft sei  oder ausschließlich eine Analogie zu den zwölf Aposteln und den zwölf Pairs Karlsgeste darstelle, ist mit völliger Sicherheit wohl nicht zu entscheiden. Letztere Erklärung scheint […] jedoch wahrscheinlicher, da sie die Entstehung der Tafelrunde ohne Schwierigkeiten verstehen lässt […] ; jedenfalls erscheint die Einrichtung der Tafelrunde, die den König als primus inter pares (‚Erster unter Gleichen‘) hinstellt und eine ständige Mahnung an die Grenzen seiner Macht und an seine rein feudalrechtliche Stellung einbegreift, eine gelungene Erfindung der frühmittelalterlichen französischen Dichtung.“ [4]

 

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[1] vgl. Botheroyd (1992, S. 26 f.)

[2] Botheroyd (1992, S. 253)

[3] vgl. Herder Lexikon (1982, S. 166)

[4] Wolfgang Achnitz (2012, S. 33)

 

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© Sabine Speer